Rutenbau - Fischereiverein Pfaffenhofen

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Die Fischerjugend wird in das Rutenbauen eingeweiht!

Bericht des Jugendleiters über den Rutenbautag mit der Rutenbau - Lehrwerkstatt Karl Bartsch. (Handzell, nähe Pöttmes)


Am Samstag den 26.März 2011 organisierte der Jugendleiter Thomas Willaschek einen Rutenbaukurs für die Fischerjugend im Schützenheim Pfaffenhofen. Hierfür wurde für die Fischerjugend und dem bekannten Rutenbauer Karl Bartsch mit seiner Tochter Melanie der Saal des Schützenheim Pfaffenhofen zur Verfügung gestellt.
Um 8 Uhr in der Früh kam Karl Bartsch mit seiner Tochter Melanie mit dem Auto und vielerlei Arbeitsmaterial im Kofferraum ans Schützenheim vorgefahren. Nach dem Ausladen und Herrichten des ausreichend mitgebrachten Arbeitsmaterials trafen so nach und nach auch die angemeldeten Jugendlichen ein. Insgesamt 8 Jugendliche der Jugendleiter selber und einige Interessierte Augen ließen sich vom Rutenbau - Expertenteam Karl Bartsch mit Tochter Melanie in die Rutenbaukunst einweihen.               Bevor es aber so richtig los ging, wurde der Gast und die Jugendlichen noch mit Getränken wie Kaffee, Wasser, Spezi und Limo versorgt.

Als erstes wurden die Jugendlichen nach der Art der Rute gefragt, die Sie bauen wollen. z.B. Fliegenrute, Spinn-,Stipp-oder Posenrute, Hochseerute oder Wallerrute oder eine Castingrute.
Danach wurde der Blank ausgewählt.  Die Gedanken, welchen Blank ich wähle, gelten dem meist verwendeten Material Glasfaser und Kohlefaser.  Darüber hinaus erfuhren wir auch über den Overlap oder auch den Sprung genannt: Bei der Herstellung eines Blanks wird ein Gewebe um einen Stahlkern gewickelt. Dabei entsteht eine Überlappung dies heißt im engl. Overlap. Diesen Overlap muss man finden. Dabei drücken wir  das Spitzenteil z.B. auf den Oberschenkel oder nehmen die Rute mit beiden Händen ziemlich an der biegsamsten Stelle mit Zeige- und Mittelfinger, eine Hand umgedreht und drehen es um die eigene Achse. Beim drehen springt der Blank an einer Stelle. An dieser Stelle suchen wir den Punkt an dem der Widerstand am stärksten ist. Hier markiert man den Blank und genau auf dieser Stelle oder Gegenüber werden später dann die Ringe befestigt.
Als nächstes wurden wir über das Wurf- und Aktionsgewicht aufgeklärt. Das Aktionsgewicht wird in englischen Pfund angegeben.
1 lbs  (englisches Pfund) = 454,4 Gramm (nähere Info´s auf der Internetseite vom Rutenbau-Experten)
Nun wurde uns die Griffmontage erklärt. Hierbei mussten wir uns mal zuerst im Klaren sein, aus welchem Material wir den Griff wollen. Duplon oder Kork, das ist wohl die Frage!?
Nachdem aber Duplon in der Regel für Billigruten verwendet werden, erübrigte sich für die meisten von uns die Frage. Die Antwort war also auf Kork gefallen, da Kork leichter zu bearbeiten ist und besser in der Hand liegt.
Nun wurde der Griff, mit einer Rundfeile das Loch so lange gefeilt, bis das der Griff auf den Blankdurchmesser aufgeschoben werden konnte. Auf diese Art und Weise wurde dieser Griff  auf dem Blank mit Zweikomponentenkleber verklebt.
Um den Rollenhalter, der nebenbei ausgesucht wurde, zu befestigen und diesem einen guten Sitz zu geben, wurde der Blank mit Kreppband  3-5 Wicklungen je nach Rollenhalter um den Leerraum zwischen Innendurchmesser des Rollenhalters und Blankaussendurchmesser umwickelt. Danach haben wir den Rollenhalter, mit der Seite des Schraubgewindes zum Griffende hin verklebt.
Die Ringplatzierung war eine Rechenaufgabe, aber lösbar. Diese Aufgabe wurde kompliziert, da es heißt: "Die Beringung (Anzahl und Abstand) richtet sich nach der Länge und Aktion der Rute".
Nach einigen Worten der Erklärung warum und weshalb, die vom Rutenbau - Experten Karl Bartsch gesprochen waren, wurde es für uns Rechenkünstler "dunkel :"  ' wir hatten Keine Ahnung mehr!! Gab es zum Glück eine Ringplatzierungstabelle (Formel).
Der Bock- oder Leitring ist der Größte und vom Rollenhalter aus gesehen der Erste und somit auch der WICHTIGSTE Ring. Je nach Rute und späteren Verwendungszweck sollen wir die Größe des Ringes wählen. Je größer der Leitring, desto weiter kann man dann werfen. Jedoch umso schwerer wird die Rute. Auf keinen Fall das Gewicht der Ringe unterschätzen, wurde uns erzählt.!
Ein gesundes Mittelmaß für die Positionierung des Leitrings liegt zwischen 50 und 70 cm, da sonst bei zu naher Position des Leitrings am Rollenhalter ein zu großer Knick der Angelschnur verursacht wird und so schlecht abläuft. Andererseits ist die Entfernung des Leitrings vom Rollenhalter zu groß, scheuert die Angelschnur auf dem Blank!
Die Anzahl der Führungsringe? Antwort: Sie bleibt uns überlassen! Je weniger Ringe ich verbaue und je größer der Durchmesser dieser ist, umso weiter kann ich werfen! Je mehr Ringe und kleiner der Durchmesser, umso besser verteilt sich die Belastung auf den Blank und schont meine Angelschnur! Wir wussten nun worauf es ankommt.


Hier die Formel:
A = Abstand vom Bockring zum Spitzenring
B = Anzahl der Ringe ohne Spitzenring
C = A : B
D = C : B
E = (B - 1) : 2 x D
F = C - E ( Erster Ringabstand vom Spitzenring )
Alle weiteren Abstände immer wieder + D

Nun kamen wir zur Ringmontage. Hierfür wurden uns mehrere kleine Kabelbinder, eine Flachfeile, eine verknotete Schlaufe aus einer monofilen Angelschnur, das Einspannwerkzeug für die Rutenauflage und eine einfache Nagelschere auf den Tischen griffbereit gestellt. Mit der Flachfeile wurde das Ringfußende flach abgeschliffen und an den Ringfußseiten leicht abgerundet. Der Ring wurde mit den kleinen Kabelbindern am Blank fixiert.
Da der Anfang des Bindegarns unter die Bindung gewickelt wird, wurde es am Anfang ein klein bisschen kompliziert. (Den Bindegarn konnten wir uns natürlich nach unserer Lieblingsfarbe aussuchen!) Aber durch das Drehen des Blanks, der in die Rutenauflage eingespannt wurde, konnte man Wicklung neben Wicklung legen. Bevor wir die Wicklung abschlossen, legten wir die vorbereitete Schlaufe unter den Faden, wickelten bis zum Ringfußanfang und zogen das Schnurende mit der Schlaufe unter die Wicklung.
Danach wurde der Faden parallel zur Fadenwicklung abgeschnitten. Somit war die erste Wicklung eines Ringes von mehreren Ringen fertig. Nach diesem Prinzip wurden auch die anderen Wicklungen der restlichen Ringe gefertigt.

Die Zierwicklungen wurden von unserer Seite ausgelassen, da diese sehr Zeitaufwendig gewesen wären. Also gingen wir danach gleich zum Endspurt über, das Lackieren!

Das Lackieren der Wicklungen sollte für Anfänger mit einem Einkomponentenlack geschehen, da wir aber ja schon "Profis" sind, wurde bei uns mit einem Zweikomponentenlack lackiert. Bei Zweikomponentenlack werden von zwei Komponenten die selbe Menge in einen kleinen sauberen Becher gegeben. Danach solange verrührt, bis der Lack eine ordentliche Durchmischung erfährt und wieder klar wird. Währenddessen wurde unsere fast fertige "selbstgebaute Angelrute" in einen Batteriebetriebenen Drehmotor eingespannt. Dass die Rute nicht auf dem Tisch aufliegt, wurde sie auf zwei leeren Eierschachteln aufgelegt. Danach trugen wir den Lack, unter ständigem drehen der Rute auf beide Abschlüsse der Wicklung auf, sodass saubere Kanten entstanden. Als nächstes füllten wir die gesamte Wicklung mit Lack auf. Wiederum danach mit einem Feuerzeug kurz erwärmen, damit die Luftblasen entweichen. Dieser Vorgang wurde bei jeder Wicklung wiederholt. Somit war unsere Arbeit nun getan!:  Den Rest, das Trocknen erledigte der Batteriebetriebene Drehmotor bis zum nächsten Tag.  Fertig!!!!!: Diesen lehrreichen Rutenbautag beendete man nach getaner Arbeit mit warmen Würstchen mit Semmel und einer Erkenntnis: "Rutenbauen macht einfach super Spaß!"  Am Sonntagnachmittag wurden die fertig selbstgebauten Ruten mit großer Freude an die Eigentümer übergeben, und auch gleich der erste Termin, für den Einsatz der neuen selbstgebauten Rute vereinbart!   Petri Heil für die Fischerjugend!
 
Die Fischerjugend bedankt sich im Namen des Jugendleiters bei den Hubertusschützen Pfaffenhofen, für die Unterkunft im Schützenheim und natürlich bei den beiden Experten der "Rutenbaukunst" - Lehrwerkstatt Karl Bartsch und seiner Tochter Melanie!!!!


Internetseite: Rutenbau - Lehrwerkstatt Karl Bartsch (siehe Links)      

 
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